Festival 2012 >> Donnerstag, 16.2.2012


20.00 Uhr
Kappeler - Zumthor (CH)
Vera Kappeler (piano), Peter Conradin Zumthor (drums)
Vera Kappelers musikalische Heimat sind doch – dachte man – diese alten Volkslieder aus den Alpen oder der finnischen Tundra, auf erdigen Grooves ins einundzwanzigste Jahrhundert herüberverschifft. Und Peter Conradin Zumthor, den kennen wir als wuchtig-ingrimmigen Trommelmeister in latent grenznahen Bands wie Azeotrop. Sollen diese beiden ein Duo bilden? Unbedingt.
Denn heraus kommt nicht ein lauer Durchschnitt dieser Spielhaltungen, sondern deren gemeinsamer Urgrund, eine Musik wie aus schwerer Dunkelheit geformt. Getragene, hymnenartige Gebilde in geträumter Zeitlupe, die sich an einem Schubert-Loop festkrallen oder von rasselnden Eisenketten am Grund gehalten werden. Eine Poesie herrscht hier wie zu alter Sagenzeit. Gelegentlich können Kappeler und Zumthor zum Tanz oder zu schiefen Spässen aufgelegt sein, doch alsbald wird wieder mit ruhigem Ernst zu Werke gegangen, und spätestens beim auf Röhrenglocken heranwehenden letzten Melodiefragment weiss man wieder, warum man eigentlich so gern tieftraurige Musik hört.

21.15 Uhr / 14.00 Uhr öffentliche Probe
Morph in Music (ZA, CH, AT)
Simon Heggendorn (violin), Tobias Preisig (violin), David Schnee (viola), Bruno Fischer (cello), David Blaser (flugel, trumpet, horn), Matthias Tschopp (bassclarinet, sax) Matthias Wenger (sax, flute), Verena Zeiner (piano), Shane Cooper (double bass), Kesivan Naidoo (drums)
Um ein stadtbekanntes Streichquartett schwirren eine Rhythmusgruppe aus Übersee und ein Bläsersatz aus den Tiefen der Schweizer Tundra. Quecksilbrig perlend tanzen mikroskopisch kleine rhythmische, melodische und harmonische Elementarteilchen ein blubberndes Ringelrein. Morph in Music windet sich wie ein intergalaktischer Regenwurm im Opiumrausch in jeden Gehörgang.

22.30 Uhr
Ghost Town Trio (CH)
Urs Vögeli (guitar), Claude Meier (bass), Lukas Mantel (drums)
Die Geschichte des Ghost Town Trios beginnt 2009 mit einem dreimonatigen Engagement in einem zur Techno-Bar umgebauten ehemaligen Puff an der Zürcher Rotlichtmeile. Wie hungrige Geier machen sich die Herren vom Ghost Town Trio frisch ans Werk und fallen über Pophits her, um sie ins Land der neuen Interpretation und Improvisation zu entführen. Manchmal klingt's abgesumpft bluesig oder abgespeckt knöchern, abgerockt wird sowieso. Oft haben sich die jungen Musikaficionados an einer Strandbar über Sand im Bier und zu laute Technotracks empört. Das Ghost Town Trio dreht den Spiess um, als Echo, als Nachklang, als schauerliches Heulen in der leeren Geisterstadt.
www.ghosttowntrio.ch


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